Berechnung der Standardabweichung
Die Berechnung und Interpretation der Standardabweichung soll am folgenden Beispiel veranschaulicht werden.
Stellen wir uns vor, wir bitten eine Personen A darum, eine Woche lang ihre t�gliche Schlafdauer zu dokumentieren. Nachdem wir die Daten erhalten haben, m�chten wir das Schlafmuster von Person A ein bisschen genauer betrachten. Uns interessiert vor allem die Frage nach der Homogenit�t des Schlafmusters: Sind sich die Schlafdauern �ber den gemessenen Zeitraum �hnlich oder schwanken sie sehr stark? Um dies festzustellen, reicht die Berechnung des Mittelwerts alleine nicht aus. Wir ben�tigen noch Informationen zur Streuung der Daten. Erst diese sagt uns, ob wir den Mittelwert als zuverl�ssigen Erwartungswert betrachten d�rfen. Unser Ziel ist daher also, die Standardabweichung zu berechnen.
Anmerkung: Bei der Berechnung sind die Kommazahlen auf die zweite Nachkommastelle gerundet.
Person A legt uns nach einer Woche folgende Daten vor:
| Tag | Schlafdauer (h) |
|---|---|
| 1 | 6 |
| 2 | 7 |
| 3 | 7,5 |
| 4 | 6,5 |
| 5 | 7,5 |
| 6 | 8 |
| 7 | 6,5 |
Prinzipiell ben�tigt man zur Berechnung der Standardabweichung folgende Werte: Mittelwert und Varianz.
Aus diesem Grund vollzieht sich die Berechnung in drei Schritten:
(1) Berechnung des arithmetischen Mittels
Die Berechnung des Mittelwerts (= Erwartungswert der Verteilung) erfolgt �ber die Summierung der einzelnen Schlafdauern und die anschlie�ende Teilung durch die Anzahl der Tage.X(A) = (6 + 7 + 7,5 + 6,5 + 7,5 + 8 + 6,5) / 7 = 7
Hierbei ergibt sich ein Mittelwert X(A) = 7.
(2) Berechnung der Varianz
Die Berechnung der Varianz erfolgt �ber die Mittelung der summierten Abweichungsquadrate der einzelnen Schlafdauern vom Mittelwert.s�(A) = [(6 - 7)� + (7 - 7)� + (7,5 - 7)� + (6,5 - 7)� + (7,5 - 7)� + (8 - 7)� + (6,5 - 7)�] / 7 = 0,43
Dies ergibt eine Varianz s�(A) = 0,43.
Zu beachten ist hierbei, dass die Varianz nicht in der selben Einheit vorliegt wie die urspr�nglichen Datenwerte. �ber das Ma� der Varianz ist eine Interpretation der Streuung der Daten also nicht sinnvoll. Um diese Interpretierbarkeit zu erm�glichen, wird im dritten Schritt die Standardabweichung berechnet.
(3) Berechnung der Standardabweichung
Die Standardabweichung ergibt sich aus der Quadratwurzel der Varianz.s(A) = √s�(A) = √0,43 = 0,66
F�r unser Beispiel erhalten wir eine Standardabweichung von s(A) = 0,66.
(4) Interpretation der Standardabweichung
Die durchschnittliche Abweichung der Person A von ihrem Schlafdauermittelwert von 7h betr�gt 0,66h.Wir haben es hierbei also mit einer Person zu tun, die ein relativ homogenes Schlafmuster (gepr�gt von �hnlichen Schlafdauern) innerhalb der dokumentierten Zeit aufweist, da ihre Schlafdauer im Mittel nur um etwa eine gute halbe Stunde vom Gesamtmittelwert abweicht.
Wie steht es um den Vergleich zweier Datens�tze anhand ihrer Standardabweichungen?
Wir haben gerade gesehen, wie man die Standardabweichung f�r einen gegebenen Datensatz berechnet.
Interessant wird es, wenn der Vergleich zweier Datens�tze anhand des Kriteriums der Standardabweichung erfolgen soll. Hierbei zeigt sich die Bedeutung der Standardabweichung als Ma� f�r die Repr�sentativit�t eines Mittelwerts.
